Im August jährt sich der Pogrom von Rostock-Lichtenhagen, bei dem 1992 Rechtsextreme und „besorgte Bürger:innen“ tagelang Roma und Vietnames:innen angegriffen haben, zum 30. Mal. Auch die Stadt Rostock hat dazu ein Programm geplant.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde von der Stadt eingeladen. Begrüßt wird er am Sonnenblumenhaus, in dem die Angegriffenen 1992 untergebracht waren, von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, von Bürgerschaftspräsidentin Regine Lück und von Senator Steffen Bockhahn als Zweitem Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Auf dem Programm des Bundespräsidenten stehen mehrere Begegnungen und Gespräche in Rostock-Lichtenhagen sowie die Teilnahme an der
Gedenkveranstaltung im Rostocker Rathaus.
Leider können nur geladene Gäste und ausgewählte Journalist:innen teilnehmen.
Programm:
15.15 Uhr Sonnenblumenhaus, Mecklenburger Allee 19: Information über den Denkmalstatus des Sonnenblumenhauses und Niederlegen von Blumen
15.40 Uhr Besuch des Stadtteil- und Begegnungszentrum Kolping Lichtenhagen
16.45 Uhr Besuch des buddhistisch-vietnamesischen Tempels
Die Gedenkveranstaltung wird per Livestream übertragen.
24.August
17.30 Uhr Gedenkstunde zu 30 Jahren Lichtenhagen,
Rathaus, Neuer Markt 1
Bei der Veranstaltung wird der Zeitzeuge Romeo Tiberiade an einer Podiumsdiskussion teilnehmen. Am 24. August werden Romeo und Izabela Tiberiade zudem in der Veranstaltung des Dokumentationszentrum „Lichtenhagen im Gedächtnis“ und des Roma Centers/ RAN zu Gast sein:
organisiert vom Dokumentationszentrum „Lichtenhagen im Gedächtnis“ und dem Roma Center e.V. 24. August 2022, 17.00 Uhr – Peter-Weiss-Haus, Rostock Bei der Veranstaltung spricht mit Romeo Tiberiade erstmals ein Zeitzeuge in Rostock, der als Geflüchteter im Sonnenblumenhaus angegriffen wurde. Tiberiade war 1992 mit seiner Familie aus Rumänien nach Deutschland gekommen. Im Gespräch mit seiner Tochter, Izabela […]
Im August 1992 haben Rechtsextreme und „besorgte Bürger:innen“ tagelang Geflüchtete, vor allem Roma, sowie vietnamesische Vertragsarbeiter:innen angegriffen und ihre Unterkünfte in Brand gesteckt. Dieser Pogrom war das Ergebnis der politischen und medialen Hetze gegen Geflüchtete Anfang der 1990er Jahre. Fokus dieser rassistischen Debatten waren Roma. In 2022 jährt sich dieser schlimmste Angriff auf Geflüchtete in […]