
Heute ist der 8. April – der Internationale Roma Tag. Das Datum geht zurück auf den 8. April 1971, als sich Roma aus ganz Europa bei London trafen und die Internationale Bewegung der Roma wieder ins Leben riefen.
Nach dem europaweiten Völkermord gegen Roma kamen Überlebende vor allem aus Südost- und Osteuropa zusammen, um wieder eine Bürgerrechtsbewegung zu starten. In diesen Ländern hatte es bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Roma-Bewegungen gegeben.
Die Besetzung Europas durch das nationalsozialistische Deutschland und die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Roma hat 1,5 Millionen Roma das Leben gekostet. Roma waren als Partisan:innen, Rotarmist:innen und andere Kämpfer:innen jedoch auch an der Befreiung Europas beteiligt.
Insbesondere möchten wir hier auch an Šakir Pašov erinnern, der sich sein ganzes Leben lang in Bulgarien für die Rechte von Roma eingesetzt hat. Er starb 1981 in Sofia und wurde weitgehend vergessen. Mehr als 40 Jahre danach gehört Bulgarien zu den Ländern Europas, in denen die Entrechtung von Roma am gravierendsten ist.
Die Situation der Roma verschlechtert sich nicht nur in Bulgarien, sondern in vielen Ländern Europas erlebten wir in den letzten Jahren eine gravierende Verschärfung ihrer menschenrechtlichen Lage, aber auch eine Zunahme an Rassismus und Rechtsextremismus. Gleichzeitig bleibt die institutionelle Diskriminierung bis hin zu Polizeigewalt besorgniserregend hoch.
Die Fotos zeigen den Internationalen Tag der Roma in den 1970er Jahren in Jugoslawien.
In 2023 hat das Roma Center den Welt Roma Kongress 2023 in Berlin organisiert, bei dem sich Roma aus mehr als 30 Ländern trafen. Er knüpfte an die Bedeutung der Welt-Roma-Kongresse und ihrer politischen Ausrichtung in den 1970er und 1980er Jahre an.
Der Welt Roma Kongress 2023 in Berlin Rund um den Roma Resistance Day (16. Mai) trafen sich Roma aus 30 Ländern, um die drängenden Themen der Community weltweit zu diskutieren. Am 15. Mai begann der Kongress vormittags mit der Vernetzung der migrantischen Roma-Organisationen aus Deutschland sowie Workshops für die Akteur:innen aus den Roma-Organisationen und Aktivist:innen […]
Die taz hat ihre heutige Ausgabe dem Welt-Roma-Tag gewidmet. Dazu gehören die Artikel von Isidora Randjelović (RomaniPhen), Nizaqete Bislimi-Hošo (Bundes Roma Verband) und
Kenan Emini (Roma Center/ Bundes Roma Verband).
Lest Pašovs spannende Lebensgeschichte, die auch eine Geschichte der Roma-Bewegung in Bulgarien ist:
Šakir Pašov und die Nationalbewegung der Roma in Bulgarien. Teil 1 Šakir Pašov (1898-1981), heute weitgehend in Vergessenheit geraten, war eine der zentralen Figuren der Roma-Bewegung in Bulgarien. Er gründete mehrere Roma-Organisationen, eine Zeitung und das Theater Roma. Sein langjähriges politisches Engagement für den Kommunismus und die Rechte der Roma führte zu Verfolgung und Verhaftung. […]
Šakir Mahmudov Pašov (1898-1981), heute weitgehend in Vergessenheit geraten, war eine der zentralen Figuren der Roma-Bewegung in Bulgarien. Er gründete mehrere Roma-Organisationen, eine Zeitung und das Theater Roma. Sein langjähriges politisches Engagement für den Kommunismus und die Rechte der Roma führte zu Verfolgung und Verhaftung. Nachdem die Kommunisten 1944 an die Macht gekommen waren, wurde […]





